Taktik für Teambewerbe

 

 Das Lizit:

 

Manchen: Bitte steuert die sichere Manchen! Bei Paarturnieren mit Matchpunkten kann es manchmal besser sein, trotz eines Fits in Oberfarbe den 3NT Kontrakt für ein besseres Ergebnis zu spielen. Bei der Teamabrechnung wird dieser Unterschied zwischen 3NT, 4OF oder 5UF weitestgehend neutralisiert. Also immer die Manche in Eurem besten und längsten Fit spielen.  

 

  • In Nicht-Gefahr: hängt Euch zum Erreichen einer Manche nicht zu sehr aus dem Fenster – lizitiert Eure Manchen mit normaler, sicherer Punktzahl.

 

  • In Gefahr: zahlt es sich aus, auch optimistische (knappe) Manchen auszulizitieren. Erfolgschancen von nur 40% müssen ausreichen.

 

  • Teilkontrakte: Lizitiert das  sicherste Spiel; beachte kompetitive Gesetze (9 Atouts oder sehr gute Verteilung  = 3.Stufe) und beachtet, dass Unterfarbkontrakte jetzt mit NT-Spielen gleichwertig sind. 

 

  • Gegenlizit: Solide Lizitationen sind im Team wichtiger als im Paarturnier, da ein kontriertes Spiel mit 2 Fallern in Gefahr auch schon mal das Match kosten kann.

 

  • Competing  und Balancing:  Seid nicht zu  aggressiv im Team!  Wenn Ihr keine gute lange Farbe oder besondere Punktstärke besitzt, dann lasst den Gegner in seinem Teilkonrakt in Ruhe – seid vorsichtig mit spekulativen Aktionen; gerade, wenn Ihr in Gefahr sind. Atoutlänge ist wichtiger als Punkte – lasst Euch nicht vom Gegner eine Stufe hochtreiben, wenn Eure  Atoutlänge nicht der nächsten Stufe entspricht (8 Atouts = 2. Stufe; 9 Atouts = 3. Stufe; 10 Atouts= 4. Stufe).  Vermeidet unsinnige Kontrakte, die zu -800 oder -1100 führen. „The Law“

 

  • Kontras: Verzichte beim Teamturnier auf Strafkontras, bei denen die Aussichten auf Erfolg nur bei eventuell einem Faller liegen. Erfüllte Manchen mit Kontra kosten ein wenig; erfüllte Teilkontrakte mit Kontra sind im Teamkampf katastrophal. Beim Paarturnier darf man da schon etwas großzügiger sein.

 

  • Opfergebote: Im Zweifelsfall sollte man eher darauf verzichten und lieber hoffen, dass der Gegner in seinem Vollspiel fällt. In Nicht-Gefahr sollten maximal 2 Faller in Gefahr nur 1 Faller entstehen  – wenn Ihr dies nicht genau absehen könnt,   dann lasst den Gegner spielen. 

 

Das Spiel:

 

  • Überstiche: Riskiert niemals ihren Kontrakt, um Überstiche zu erzielen. Wählt den sichersten Weg, um den Kontrakt zu erfüllen. So genannte Sicherheitsspiele (wenn es um Farbbehandlungen geht) stehen auf der Rangliste ganz oben. Versucht auch schlechte Verteilungen (Farblängen oder Figuren) in Eure Sicherheitsüberlegungen mit einfließen zu lassen.

 

  • Ausspiele: Verzichtet auf spektakuläre Ausspiele; auf lange Sicht, werden die  normalen Ausspiele mehr Erfolg einbringen. Zeigt Eure Brillanz im späteren Gegenspiel, wenn Ihr mehr Informationen besitzt.

 

  • Gegenspiel: Seid aggressiv und optimistisch. Wenn dabei für den Alleinspieler zusätzliche Überstiche entstehen, kein Problem, denn die kosten nicht viel. Wenn es eine Spielweise gibt, die den Kontrakt zu Fall bringen könnte, dann wählt diese. 

 

Zusammenfassung:

 

  • Die Manchen machen`s: Gerade beim Teamwettbewerb sind Manchen und Schlemms oftmals entscheidend über Sieg oder Niederlage. Beim Teamturnier wird jedes Spiel nur einmal, nämlich mit dem aktuellen gegnerischen Team verglichen – anders beim Paarturnier, wo jedes Spiel x-mal verglichen wird.

 

Beim Paarturnier zählt jeder Stich und die Spieler riskieren auch schon einmal ihre Spiele um eventuell mehr Stiche als andere Paare zu erzielen.  Beim Team sind die Prämien wichtiger als zusätzliche Stiche. Deswegen gilt als Alleinspieler sicher zu spielen und als Gegenspieler aggressiv zu verteidigen.

 

  • Big Swings: Wenn die eine Mannschaft einen Schlemm oder eine Manche in Gefahr auslizitiert, das andere Team aber nicht erreicht oder gar verliert, dann kommt es zu einer großen Differenz (in Punkten), die man Swings nennt. Solche großen Swings können schnell zum Verlust des Kampfes führen. 

 

  • Aggressives Lizit: Im Schlemm- und Manchenbereich müssen auch knappe Spiele auslizitiert werden, die man im Paarturnier eher auslassen würde. Im Teilspielbereich dagegen ist man auf sichere Spiele aus und vermeidet agressives competitives Lizit. Strafkontras auf Teilkontrakte sollte man eher vermeiden,   denn dem Gegner statt 110 plötzlich 470 oder gar 670 Punkte zu schenken, kann  man mit Rücksicht auf seine Komplementäre nicht verantworten.


Weinviertler Bridgeklub Bisamberg
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