Blattbewertung

Bridge ist ein STICHSPIEL und kein Punktespiel!

Man kann eine Hand nicht allein durch Punktezählung bewerten, ein noch sehr wichtiger Punkt ist die Verteilung. Ein Punkte schwaches Blatt, das verzogen ist,  ist oftmals mehr Wert, als ein Punkte starkes Blatt mit gleichmäßiger Verteilung. Lange Farben produzieren Stiche!

 

Beispiel 1:)

 

♠ A B 10

K 4 3 2

A 6 5 3

♣ A 8                    16 Punkte rund verteilt

 

Beispiel 2:)

 

♠ A K D 10 9 6 2

-

A 10 9 8 7

♣ 2                       13 Punkte stark verzogen

 

zu 1:)

Hier braucht man gute Unterstützung des Partners, um eine Manche (Schlemm) zu erreichen, da wir nur 3 "Schnellstiche" haben.

 

zu 2:)

Hier haben wir ein sehr spielstarkes Blatt, mit vielleicht 3 Verlierern. Man braucht sehr wenig Unterstützung, um eine Manche (Schlemm) zu erreichen.

 

 

 

Länge und Farbqualität

 

Klarerweise ist nicht nur die Länge der Farbe von Bedeutung, sondern auch die Farbqualität. Nehmen wir einmal folgende Beispiele:

 

Partner hat in unserer langen Farbe double Nuller und wir haben jeweils eine 6er Länge dazu mit unterschiedlicher Farbqualität.

 

Partner:  5 2

Wir:        D 8 6 5 4 3

              B 9 6 5 4 2

              A D 10 7 5 4

              A K D B 10 2

 

Wir müssen in den beiden ersten Beispielen höchtwahrscheinlich 3 Stiche abgeben, bis die Farbe "entwickelt" ist, im dritten Beispiel 1 1/2 und im letzten keinen. 

 

Merksatz: Je mehr Punkte in der langen Farbe konzentriert sind, desto mehr können wir dieses Blatt aufwerten.

 

Füllkarten

 

Unter Füllkarten versteht man hohe Sequenzen wie 10 9 8 

 

Beispiele:

A B 10 9 8 4 ist deutlich besser als A B 5 4 3 2

K D 9 8 7 6 ist besser als K D 6 5 3 2

Blattbewertung
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Wie zeige ich meine Stärke als Eröffner?
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WEAK TWO

Weak Two Eröffnung
und auch die Antworten
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Was ist ein Weak Two?

 

Wie schon der Name verrät, ist ein Weak Two (weak = schwach) ein schwaches barragierendes Gebot auf Zweierstufe in den Farben Karo, Herz oder Pik. Es besteht aus exakt 6 Karten - die Stärke soll zwischen 6 - 10 Punkten sein.

 

Wichtig ist die Farbqualität und die restliche Verteilung. Wir sollen mindestens 2 Hochfiguren in unserer langen Farbe haben, keine 4er Oberfarbe daneben (eine schlechte 4er Unterfarbe kann man evtl. ignorieren), das Blatt darf weiters kein Chicane und kein „Outsite As“ haben. Die Figurenpunkte sollen idealerweise massiv in unserer Weak2 Farbe sein.

 

Beispiele: 

 

 

erlaubt


   nicht erlaubt

A D 10 9 6 3

B 10 9

D 2

5 4 


   ♠ B 9 7 5 4 3

   ♥ A 8 4

   ♦ K D 5

   ♣ 4

K D B 4 3 2

D 10 4

9 7 3

9


   ♠ A K 6 4 3 2

   ♥ K 10 9 8

   ♦ 2

   ♣ 5 4

A K B 10 6 2

D 5

8 6 4 2 

7

   ♠ K D 9 6 3 2 

   ♥

   ♦ D B 10 9

   ♣ 9 7 6

 

 

Zweck eines Weak Two‘s

 

Ein Weak Two oder eine Barrage ist ein Störgebot, es soll den Gegner das Lizit erschweren, da er erst in 2. - oder 3. Stufe ins Lizit eingreifen kann. Außerdem teilen wir unserem Partner mit einem einzigen Gebot sehr viel mit. Wenn wir allerdings „in Gefahr“ sind, sollten wir mit diesem Werkzeug vorsichtig umgehen, da wir vielleicht in Kontra zu viel minus schreiben - evtl. sogar über die Manche fallen.

 

Antworten auf ein Weak Two des Partners:

 

1) Einfache Hebung: das ist eine schwache Hebung, um den Gegner weiter zu stören und ist nicht mancheinladend, kann auch mit einem sehr schwachen Blatte gemacht werden.

 

2) Hebung in die Manche: kann sowohl barragierend sein aber auch ein gutes Blatt mit Aussicht auf Erfüllung des Kontraktes

 

3) Nennung einer neuen Farbe: das ist für eine Runde forcierend und darf selbst mit einem Minimum nicht gepasst werden.

 

4) 2 NT Relay: Jedes Relay ist ein künstliches Fragegebot, Partner will näheres über das Blatt wissen.

 

Antworten auf 2 NT

 

3 in der Weak Two Farbe = keine Nebenwerte

3 in einer anderen Farbe = Werte in dieser Farbe

3 NT = A K D x x x in der Weak Two Farbe

 

Barragen auf Dreier - und Viererstufe

Wie auch das Weak Two sind auch Barragen ein Störgebot auf hoher Stufe mit schwachen Blättern. Auch hier gilt es strenge Lizitregeln einzuhalten, sonst kann es sehr leicht passieren, daß der Schaden größer als der Nutzen ist.

 

Wie soll das Blatt aussehen?

 

Eine gute 7er - bzw. 8er Farbe mit mindestens 2 Figuren plus Füllkarten - keine Eröffnungsstärke.

 

Beispiele:

♠ 5 6                                 ♠ 9

A K B 9 8 6 2                   10 4 3

6 4 3                               K D B 9 8 6 5

♣ 10                                 ♣ D 4

 

Antworten auf die Barragen im 3. Stock

 

Wir müssen uns nun überlegen, ob wir in der Defensive sind und weiter barragieren - das heißt in den vierten Stock heben sollen. Dabei sollten wir unbedingt die Gefahrenlage berücksichtigen, oder in der Offensive sind. 

 

Barragen im 4. Stock

 

Eröffnen wir eine Unterfarbe im 4. Stock, sollte die Farbe nicht besonders gut sein, da wir vielleicht den günstigeren 3 NT Kontrakt versäumen könnten. Es sollten aber immer 8 Stück in dieser Farbe sein. 

 

Eröffnen wir eine Oberfarbe im 4. Stock, haben wir bereits die Manche erreicht, auch hier haben wir 8 Stück in dieser Farbe, aber nun soll die Qualität gut sein.

South African Texas Transfer

 

Da die Eröffnung von 4 in Unterfarbe nicht unbedingt notwendig ist, kann man auch die Konvention SAT Transfer spielen. Falls man diese Konvention spielen möchte, muß das vorher unbedingt mit dem Partner besprochen werden (auch in der Konventionskarte vermerkt) - sonst wäre 4 in Unterfarbe immer natürlich!

 

4 ♣ ➡ auf 4

4 ➡ auf 4 ♠

 

Man transferiert, wenn man beim Partner Gabelpositionen oder zu schützende Könige vermutet. Hat man diese selber, wollen lieber wir die Hand spielen und eröffnen normal mit 4 oder 4♠.

 

♠ A K 10 9 6 4 3 2        

-

A 7

♣ 10 9 8

 

In obiger Hand können wir mit 4 transferieren, vielleicht hat der Partner eine zu schützende Figur oder Gabelposition in ♣.

 

♠ D B 10

K D B 10 8 6 5 

K 4

♣ 2

 

Hier wollen wir selber spielen, da wir einen zu schützenden König haben und unser Single nicht gleich verraten wollen. Hier sollten wir mit 4 eröffnen.

 

South African Texas Transfer auf Partner's NT

 

Hier will man die Manche auf jeden Fall in Oberfarbe spielen und braucht dafür 6 +  Karten in dieser Farbe. Der Sinnn dieses Transfers im 4. Stock ist, dem Gegner ein Einmischen zu erschweren.

 

1 NT - p -  4 ♣ ➡ auf 4 

                4  ➡ auf 4 ♠

 

 

 

Barragen im 5. Stock

Die kommen eher selten vor, soll aber hier nicht unerwähnt bleiben. Sie kommen fast immer in einer oder beiden Unterfarben vor.

 

Beispiel: ♠ 4   B3   ADB9765432  ♣ - 

              Hier könnte man mit 5 eröffnen

 

Eine weitere Möglichkeit wäre, einen extremen Unterfarben Zweifärber mit 4 NT zu eröffnen.

 

Beispiel: ♠ -   6   ADB542 ♣ KDB975

             Hier könnte man mit 4 NT eröffnen, das heißt - bitte Partner, lizitiere Deine bessere (längere) Unterfarbe. 

 

 

Achtung! 4 NT aus der Hand muß mit dem Partner besprochen sein, sonst ist es die Assenfrage!

Das Revers

Was ist ein Revers?

 

Ein Revers ist ein Punkte,- oder Verteilungsmäßig starkes Blatt.

 

Beispiele: 

a) ♠ K D B 10 6 8   A B 10 9 ♣ A D 4

b) ♠ -   A K D 4   K D 2  ♣ K D 10 6 4 3 

c) ♠  A K 8 7 6   6 4   A K D 9 2 ♣ 5

 

Ein Reversgebot ist immer ein Stärkezeichen und soll den Partner für mindestens 1 Runde forcieren.

 

Definition des Reverslizits

 

1) Wenn der Eröffner mit seinem Wiedergebot eine Farbe, die sein Partner ausgelassen hat, auf niedrigsmöglicher Stufe lizitiert, handeslt es sich um ein Reversgebot

 

2) Lizitiert der Eröffner 2 Farben ohne Sprung so, daß der Partner in den 3. Stock gehen muß, wenn er in die erstgenannte Farbe ausbessern will, handelt es sich um ein Reversgebot.

Wann wird ein Reversgebot abgegeben?

 

Ein solches Gebot ist ein Stärkezeichen, der Eröffner hat die Möglichkeit, den Partner für mindestens 1 Runde zu forcieren. Die erstgenannte Farbe sollte immer länger als die zweitgenannte sein (es gibt eine einzige Ausnahme - das 4-4-4-1 Blatt).

 

Beispiele:

 

♠ A 5   A K 10 2   A D 8 6 5 ♣ 4 2

♠ A D 10 9 8   K D B 3   A B  ♣  B 8

♠  -    A K D 6 4   A D  ♣  A 9 7 5 3 2 

Störlizit des Gegners auf die eigene Ohne
...ein Vorschlag :)
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Der Squeeze (Abwurfzwang) Teil 1
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2 Squeezebeispiele
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Die PASS OUT  -  POSITION


Was ist PASS OUT? Angenommen N eröffnet mit 1♣, O sagt PASS,

S sagt PASS und Ihr bist an der Reihe. Wenn Ihr passt gewinnt der Gegner sehr „billig“ das Lizit.


Bedenke: Euer Partner kann Punkte haben aber kein Lizit z.B. hat er keine gute 5er Farbe, die Farbe des Gegners mit, zu wenige Punkte für einen Überruf in NT, keine Stopper aber genügend Punkte, nicht das richtige Blatt für ein Kontra...


Es wäre schade, wenn in so einem Fall der Gegner 1♣ spielen darf. Natürlich muss man gewisse Voraussetzungen mitbringen um im Out-Pass lizitieren zu dürfen:


Für 1NT                       13 - 15 Punkte (1 Stopper) 


Für 2NT                       16 - 18 Punkte (1 Stopper)


Farbe                            7 - 12 Punkte (gute 5er Farbe)


Farbe im Sprung          13 + Punkte (gute 5er Farbe und länger)



X

1) mit 10 Punkten und Kürze in Gegnerfarbe, wo du deinen Partner  aufforderst


2) mit einer 5er Farbe ohne 2 Figuren


Euer Partner muss jetzt nach Eurem Pass-out-Gebot, in Kenntnis Eurer Stärke und Eurer Verteilung, passen oder lizitieren.

Pass-Out-Position Teil 1
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Pass-Out-Position Teil 2
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Pass-Out-Position Teil 3
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Informations-Kontra (Expert)
Antworten auf auf das Informations-Kontra mit kritischen Händen
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Weinviertler Bridgeklub Bisamberg
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