Hier gibt es Tipps und Informationen, die man sicherlich gut gebrauchen kann :)

BUCHTIPPS

Lehrreiches:

Buchtitel                                 Autor                                  
Das neue Bridge-Gefühl Joachim Freiherr v. Richthofen
Ein tolles Bridge-Gefühl Joachim Freiherr v. Richthofen
Spieltechnik in Bridge Victor Mollo + Nico Gardener
Herausforderung im Bridge Victor Mollo + Nico Gardener
Tödliches Gegenspiel im Bridge Hugh W. Kelsey
Welcher Spielplan ist der beste Hugh W. Kelsey
Turnierbridge Strategie Hugh W. Kelsey
Täuschungsmanöver im Bridge Hugh W. Kelsey
Eddie Kantar lehrt Gegenspiel Eddie Kantar
Bridge für Dummies Eddie Kantar
Meister Bridge Serie Band 1-3 Terence Reese + Roger Trezel
Beherrsche die Farben Roland Rohowski

 

Unterhaltsames:

Buchtitel                                 Autor                                   
Bridge in der Menagerie Victor Mollo
Bridge mit Omar Sharif Omar Sharif
Bridge my way (deutsch) Zia Mahmood
Points Schmoints Marty Bergen
Die gefundene Dame neu Johannes Bamberger


Achte Deinen Partner!


"Was macht einen guten Partner aus" von Mark Horton 

 

Betrachte Deinen Partner als Freund. Behandle ihn gut, sogar - und besonders - wenn Du das erste Mal mit ihm spielst. Biete ihm stets ein Getränk an - Tee oder Kaffee ist ein guter Beginn. Dies führt zu einer entspannten Stimmung, die Euch beiden hilft, das Beste zu geben. Übrigends, sei auch immer umgänglich und höflich zu Deinen Gegnern.

 

Toleriere Fehler

Hacke auf den Fehlern Deines Partners nicht herum, sondern vergiß sie und geh zum nächsten Spiel über. Du kannst eventuell am Ende einen konstruktiven Kommentar abgeben. Dein Partner wird Dir sicherlich mit derselben Rücksicht begegnen.

 

Sei aufbauend

Sei immer bereit, Deinen Partner zu unterstützen - ein "Gut gespielt" geht runter wie Öl und ein "Dankeschön" für den Dummy ist niemals falsch. Als der Dummy einmal der war, was ich für das Spiel brauchte, hat durch mein "Millde grazie" mein Partner die gute Nachricht auch verstanden.

 

Schneide keine Grimassen

Begehe nicht den Fehler, das Gesicht zu verziehen oder die Augenbrauen in die Höhe zu ziehen. Abgesehen davon, daß dies Gefühle Deines Partners verletzt, verrät ein ausdrucksloses Gesicht den Gegnern auch nicht, daß etwas schief gelaufen ist.

 

Gewinn oder Verlust

Bleibe bis zum Ende des Spieles ruhig und danke Deinem Partner für das Spiel. Das ist dann besonders wichtig, wenn Die Dinge nicht so gut gelaufen sind. In meinen erfolgreichsten internationalen Partnerschaften war oft das erste gemeinsame Spiel hoffnungslos, doch wir hielten an der Partnerschaft fest.

 

Umgang mit Misserfolg

Die beste Art, mit unvermeidbaren Misserfolgen umzugehen, ist es, darüber zu lachen. Das scheint auch die besten Gegner aus der Fassung zu bringen, die gewöhnt sind, daß die Verlierer miteinander streiten.

 

Konventionen

Halte an denen fest, mit denen Du Dich wohl fühlst. Wenn ein Spieler versucht, sich an eine Konvention zu erinnern, die er üblicherweise nicht anwendet, wird er auf anderen Gebieten Fehler machen. Kürzlich spielte ich in Holland mit einem neuen, fremden Partner. Wir hätten gewonnen, wären da nicht einige teure Fehler gewesen, die zustande kamen, weil ich manches wegen der mir unvertrauten Konventionen vergessen hatte.

 

Wer ist der Chef?

In den meisten Partnerschaften tendiert ein Spieler dazu, der Boss zu sein. Wenn Du ein wirklich guter Spieler bist, unternimm alles, um das Leben für Deinen Partner leicht zu machen.

 

Mark Horton, englischer Bridge-Journalist, präsentierte diesen Artikel kürzlich beim World Junior Bridge Camp

 



 

 Grundlegende Prinzipien partnerschaftlicher Art: 


Sie denken nun sicher: Was soll das? Ich möchte doch bloss ein System lesen, und nun kommen hier Gedanken zur Bridge-Partnerschaft als solches. Doch glauben Sie mir: Es ist nicht Zufall, dass Sie diese Gedanken zu Beginn dieses Werkes finden. Denn wenn Sie Erfolg haben möchten, müssen Sie einen positiven "Spirit" in Ihre Partnerschaft bringen. Ohne dies werden Sie nie - oder nur in Ausnahmefällen - Erfolge feiern. Denn viel wichtiger als ein ausgefeiltes System und perfekte Technik zusammen ist der positive Geist in einer Partnerschaft. Er führt dazu, dass auch schwächere oder noch unerfahrene Spieler über sich hinaus wachsen können und plötzlich "am Tisch" Dinge können, die Ihnen niemand zugetraut hat. Es ist kein Zufall, dass es gewisse Menschen gibt, die mit Ihren Teams immer wieder Erfolg haben. Sei es im Business oder eben am Bridgetisch.

 

We are a team 

 

Wir streiten nie, wir kritisieren nie. Erklärungen geben wir nur ab, wenn der Partner sie verlangt. Hingegen besprechen wir allfällige Missverständnisse sofort, damit sie sich nicht wiederholen.

 

Wir schimpfen nicht 

 

Es ist wenig hilfreich, mit dem Partner zu schimpfen, wenn er ein Problem nicht optimal (oder gar nicht) löst. "Schimpfen" bewirkt meistens nur eine noch grössere Verunsicherung - der nächste Fehler ist praktisch schon programmiert. 

 

 Also muntern wir den Partner auf. 


Und vergessen wir nie: Auch man selbst spielt nie fehlerfrei (und wenn das jemand von sich glaubt, sieht er die Fehler bloss nicht). 

 

Der Partner ist nicht präsent 

 

Wie soeben erwähnt: Wir streiten nicht. 

Ist der Partner aber offensichtlich nicht präsent, merkt er also gar nicht, dass er soeben schlecht gespielt hat, dann sitzen wir nicht einfach schicksalsergeben da. Tun Sie etwas, machen Sie z.B. einen kleinen Rundgang mit Ihrem Partner. 

 

Manchmal merkt der Partner aber auch nicht, dass alles für uns läuft, und er unternimmt dennoch riskante Aktionen. Auch hier sollte man was tun, z.B. den Partner beruhigen und ihm zeigen, dass der Wettkampf aus Ihrer Sicht hervorragend verläuft.

 

Tempo des eigenen Spiels 

 

Egal welches Tempo man spielt: Immer gleichartig spielen, sonst wird man für routinierte Spieler zum offenen Buch. Nutzen Sie die Zeit, sich auf sich stellende Situationen vorzubereiten, während der Alleinspieler seinen Spielplan macht. 

Haben Sie durch Zögern dem Gegner gezeigt, dass Sie eine bestimmte Karte besitzen, legen Sie die Karten nieder und analysieren Sie die Situation richtig. Nichts ärgert den Partner mehr als wenn Sie jetzt auch noch die falsche Karte spielen. 

Denken heisst, das sich stellende Problem lösen 

Wenn man während eines Spielablaufs zu studieren beginnt, dann muss man die Sache zu Ende denken. Es gibt für den Partner nichts nervenaufreibenderes, als den Umstand, dass man sich Zeit zum Denken nimmt und dann das Problem nicht löst. Lieber schnell und falsch spielen, als lange zu denken und dennoch einen Fehler machen. Wenn man also zu studieren beginnt, muss man sich alle Optionen überlegen, die Hände auszählen und das angesagte Spiel erfüllen, respektive den gegnerischen Kontrakt down spielen.

 

Fairness 

 

Wir kämpfen immer mit voller Härte, aber stets ethisch und fair. Und wenn alles nichts nützt und wir ein schlechtes Resultat akzeptieren müssen, nehmen wir diesen Verlust mit guter Haltung entgegen.

 

Vorbereitung 


Konzentriert beginnen/System regelmässig repetieren/versuchen, "Bridge" zu denken. 

Flüchtigkeitsfehler sind zu vermeiden. Hat man dennoch einen Flüchtigkeitsfehler gemacht, sollte man ihn nicht einfach als „Ausrutscher“ behandeln und ad acta legen. Analysieren Sie vielmehr nach dem Turnier, wieso Sie den Fehler gemacht haben. Was hat Ihre Aufmerksamkeit abgelenkt? Weshalb haben Sie „gedankenlos“ gespielt? Nur wenn Sie die Ursache eruieren, können Sie sicher stellen, dass Sie inskünftig in ähnlichen Situationen fehlerfrei bleiben.

 

Der Umgang mit einer Niederlage 

 

Wir suchen kein Alibi für die Niederlage. Wir sind ehrlich zu uns selbst und suchen den wahren Grund der Niederlage. Nur durch eine kritische Haltung uns selbst gegenüber können wir unsere Spielstärke heben. Und: Manchmal hat man Glück, manchmal eben nicht. 

 

“Never bid lazy” und “Fighting spirit” 


Nie aus Denkfaulheit nicht zeigen, was man hat! 

Wir geben nie auf und kämpfen immer weiter. 

Spielt der Gegner glücklich, machen wir etwas (aufstehen, Spieltempo ändern, sich selber das Trinken holen, tief durchatmen etc.). Nicht sich dem Schicksal einfach ergeben! Spielt der Gegner sehr glücklich und/oder erfolgreich, so verändern wir den Spielfluss, wir nehmen uns z.B. mehr Zeit für unsere Gebote etc. 

--> Wichtig ist: Wir machen etwas, um das Glück auf unsere Seite zu bringen. 

Auch wenn man zuerst Pech hat, wenn man kämpft, wird das Glück schon kommen! 

Spielen wir erfolgreich: Rhythmus nicht brechen lassen! 

Gewinnen heisst, Fehler vermeiden 

Nicht filigrane Technik oder Kenntnis komplexester Konventionen machen einen Spieler stark. Wichtig ist viel mehr, Fehler zu vermeiden

Eine "NL A - Meisterschaft" oder ein internationales Turnier gewinnt jenes Team, welches am wenigsten Fehler macht. Sie trauen dieser Aussage nicht? Beobachten Sie doch mal Ihre Umgebung: Es ist fast unglaublich, in wie vielen - ungezählten und verhältnismässig einfachen Situationen – unnötige Fehler gemacht werden. Reduzieren Sie die Zahl Ihrer Fehler und die Erfolge kommen postwendend. 

Fehler vermeiden heisst aber, daran zu arbeiten, weiter setzt es körperliche Fitness und menschliche Reife voraus. Alkoholgenuss oder schwere Speisen am Vorabend bieten dabei schlechte Voraussetzungen. Aber auch das Absolvieren einer Runde Golf vor einem grösseren Turnier am selben Tag führt zu unnötigen Konzentrationsverlusten. Wichtig ist weiter aber auch seelische Ausgeglichenheit.

 

Ein Fehler ist passiert 

 

Macht nichts: Sofort auf die nächste Hand konzentrieren. Am Verlust lässt sich sowieso nichts mehr ändern. Entspannt bleiben und nie versuchen, den Fehler "mit Gewalt" zu kompensieren - sonst ist Ihnen das nächste unerfreuliche Resultat schon fast sicher. 

Selbstkritik ist gut, übertriebener Perfektionismus schädlich. Fehler passieren nun mal jedem. Doch gerade in diesem Moment muss man mit seinen Nerven sparsam umgehen. Nicht diskutieren, aber eine allfällige Entschuldigung des Partners wohlwollend akzeptieren! 

 

Wir haben Spass 

 

Bridge muss Spass machen. Bei allem Ehrgeiz vergessen wir nie, dass Bridge nur ein Spiel/Hobby ist, das Spass machen soll. Wir sind Amateure und dürfen Fehler machen. Die meisten von uns arbeiten hart und sind daher nicht optimal auf ein Turnier vorbereitet. Dennoch macht keiner gerne oder freiwillig Fehler. Jeder versucht, sein Bestes zu geben. Wir sind daher zu unserem Partner immer freundlich. Wie in der Ehe ist nur so langfristig eine erfolgreiche Partnerschaft möglich.

 

Der Gegner ist ein Schlitzohr 

 

Erhalten wir während eines Handspiels eine unerwartete Information, die uns eigentlich zwingt, unseren Spielplan zu ändern, dann nehmen wir uns genügend Zeit zum Nachdenken, ob die neue Information auch wirklich den vorliegenden Gegebenheiten entspricht (oder ob uns der Gegner bloss auf eine falsche Fährte führen will). Oft hilfreich ist dabei das Auszählen der Hände.

 

Rivalität ist Gift 

 

Partnerschaft heisst, zusammen Erfolge und Niederlagen zu erleben. Hat ein Spieler den egoistischen Drang, überall zu demonstrieren, dass er das eigentliche Genie und damit für allfällige Erfolge verantwortlich, der Partner aber ein mehr oder weniger ahnungsloser Trottel sei, wird er einerseits bald einen neuen Partner suchen müssen, andererseits verhindert er damit partnerschaftliche Harmonie und damit Erfolg. 

Eine Partnerschaft ohne Vertrauensbasis hat keine Zukunft. Es ist eminent wichtig, eng zusammen zu stehen und sich gegenseitig zu unterstützen.

 

Keep it simple 

 

Machen Sie alles, dass der Partner ein "leichtes Leben" hat. Helfen Sie Ihrem Partner wo immer Sie können. Geben sie klare Signale, wenn dies sinnvoll ist. Auch die Reizung kann man einfach gestalten, wenn man merkt, dass der Partner gerade eine schwächere Phase durchlebt.

 

Harmonie im Team - Bridge 

 

Kritisieren Sie nie ihr Komplementärpaar während eines Teamwettkampfs. Die wissen es meist selbst, wenn es nicht wie erhofft gelaufen ist. 

Andererseits ist es aber auch gerade in einem Team wichtig, dass Fehler nicht beschönigt werden. Nur bei gegenseitiger Aufrichtigkeit ist es möglich, einen fruchtbaren Teamspirit zu erreichen.

 

Présence à la table 

 

Vergessen Sie nie, dass auch der Gegner menschliche Züge hat. Er ärgert oder freut sich - all dies dürfen und sollten Sie ausnutzen. Es gibt Spieler, die dies beherrschen und dank 

dieses Umstandes erstaunlich oft die einzig gewinnbringende Spiellinie finden. Dies kann und muss man üben. 

Ein guter Psychologe ist auch ein guter Taktiker. Hat sich ein zaghafter Spieler beispielsweise eine Stufe zu hoch gewagt und wurde erfolgreich kontriert, kann man im nächsten Spiel ruhig etwas riskant reizen: Oft wird der Gegner unkonzentriert spielen und Ihnen den nötigen Stich schenken. 

Andere Spieler verhindern mit allen Mittel, dass man Ihnen ein Spiel weg nimmt und reizen weiter. Versuchen Sie gegen eine solchen Gegner mal eine Barrage mit einem aktiv starken Blatt: Ihr nachfolgendes Strafkontra wird Ihnen Freude bereiten. 

 

Advance Trance 

 

Immer präsent sein heisst auch, sich in einem möglichst frühen Stadium des Spiels zu überlegen, was man zu tun gedenkt. Spielt der Gegner z.B. in einem SA-Spiel seine lange Farbe ab, sollten Sie sich zu Beginn die Zeit nehmen, nachzudenken, welche Karten Sie (in welcher Reihenfolge) abwerfen werden. Lösen Sie das Problem erst, wenn es eintritt, verraten Sie dem Handspieler zu viel von Ihrem Blatt.

 

Ruhe bewahren beim Anblick des Dummy 

 

Egal ob Sie Gefallen finden am Dummy oder nicht: Verhalten Sie sich immer gleich! Unmutsäusserungen oder Kritik am Lizit des Partners sind nicht nur unhöflich, sondern vermitteln den Gegnern zusätzlich wertvolle Informationen fürs Gegenspiel. 

 

"Arbitre!" 

 

Rufen Sie nicht gleich bei jedem Problemchen den Schiedsrichter. Vorallem dann nicht, wenn die Situation unklar ist. Gerade dann führt das Ganze nämlich nur zu unangenehmen Diskussionen, man verliert unnötig Energie und muss zudem die verlorene Zeit wieder aufholen, was die Gefahr einer Fehlentscheidung vergrössert. 

 

Und nie vergessen 

 

Bridge ist nur ein Spiel, welches nur dann den Begriff "Hobby" verdient, wenn es Spass macht.

 

Written by: Dr. Jörg Zinsli, 8605 Gutenswil, Switzerland, www.jzinsli.ch, bridge@jzinsli.ch 

 

 Ethik und Anstandsregeln  

 

 

Für wen und wozu?

 

DIESER FÜHRER SOLL ALLEN BRIDGESPIELERN DIENEN. WEIL FREIZEIT UND GEMÜTLICHKEIT DAS SYNONYM FÜR DAS BRIDGESPIEL SEIN MUSS.

LEIDER WISSEN ALLE TURNIERSPIELER, DASS GELEGENTLICH EINE ANGESPANNTE ODER GAR AGGRESSIVE ATMOSPHÄRE AM TISCH HERRSCHEN KANN, UND der Hauptgrund für die Aufgabe DES BRIDGESPIELS in den ersten Jahren die WEITVERBREITETE UNFREUNDLICHKEIT IST, die viele ANFÄNGER entmutigt.

 

Welche Spielstärke und Erfahrung Sie auch haben, seien Sie so nett und lesen Sie diese Zeilen. Wenn es alle tun, sind wir sicher, dass wir bald unter angenehmeren Bedingungen unserem Hobby nachgehen können.

  

SIE SELBST, Ihr Partner, Ihre Gegner, der Turnierleiter, allfällige Zuschauer, nicht zu vergessen das internationale Regelwerk und technische Reglement für die nationalen Wettkämpfe.

 

Es sind die Beziehungen der einen mit den anderen, über die wir sprechen möchten. Die Ethik bestimmt das Verhalten, das jeder Spieler seinen Gesprächspartnern gegenüber einhalten muss (Gegner, Partner, Turnierleiter…).

 

Wir wissen, wie wichtig für jeden seine Klassierung ist. Sie ist eine Motivation und der Motor für einen gesunden Wetteifer. Sie rechtfertigt aber auf gar keinen Fall ein rücksichtsloses und kompromissloses Streben nach Erfolg.

 

Dieser Führer möchte die wichtigsten Verhaltensregeln herauszustreichen, die zum Wohlbefinden im Bridge beitragen. 

 


DIE HÖFLICHKEIT

 

SIE IST DAS WICHTIGSTE ELEMENT, durch ihn IST ES BeiM sportlicheN Wettkampf MÖGLICH, dass er unter ANGENEHMEN Bedingungen durchgeführt werden kann.

 

  •  EINE KORREKTE BEKLEIDUNG ist der erste Beweis von Höflichkeit.
  •  DIE GEGNER BEGRÜSSEN bei ihrer Ankunft am Tisch (und sich dafür entschuldigen, wenn man es in der Hitze des Gefechts unterlassen hat).
  •  SEINE KONVENTIONSKARTE dem Gegner zur Verfügung stellen.

 

Sie ist unerlässlich und ″obligatorisch″ an den nationalen Wettkämpfen. Sie muss folgendes enthalten:

 

  •  Namen und Vornamen der beiden Spieler
  •  Das von Ihnen gespielte System
  •  Alle Konventionen und Abmachungen, deren Bedeutung von den Gegnern nicht eindeutig verstanden werden könnte.

Vor Spielbeginn muss man die Gegner auf Sonderkonventionen im Lizit und Gegenspiel aufmerksam machen.

Beide Spieler eines Paares müssen das gleiche Basis-System und die gleichen Konventionen verwenden.

Die Spieler haben nicht das Recht, auf ihrer Konventionskarte während der Lizitation oder des Spiels etwas nachzuschauen. 

Die Konventionskarte steht den Gegnern während der ganzen Lizitation und des ganzen Spiels zur Verfügung.

Der Gebrauch der Konventionskarte ist auch bei Clubturnieren erwünscht.

  •  Während des Spiels ist eine Unterhaltung nur selten notwendig. Möchte man eine Frage stellen, tut man dies auf höfliche Weise, sobald man an der Reihe ist. 
  •  Beleidigungen, Vorwürfe und Beschimpfungen an die Adresse des Partners haben am Tisch nichts verloren. Hat er schlecht gespielt, fühlt er sich schon elend genug. Ebenfalls schlechtes Benehmen ist, wenn man am Ende des Durchgangs allen und überall von Partners „Heldentaten“ erzählt.
  •  Verabschieden Sie sich von den Gegnern am Ende der Runde. 

 

DAS BENEHMEN

 

a) WÄHREND DES SPIELS:

 

LIZIT UND SPIEL MÜSSEN zügig abgewickelt werden, sodass die für das nächste Board vorgesehene Zeit  ausreicht. Der Alleinspieler sollte auch nicht mit seinem Tempo die Gegner ″überrumpeln″, sondern ihnen Zeit lassen, das Gegenspiel zu organisieren und die gespielten Karten bei jedem Stich registrieren zu können. Der Dummy muss ein absolut neutrales Benehmen einhalten und die Befehle des Alleinspielers ausführen. Er darf auf keinen Fall einen Spielzug andeuten oder vorschlagen.

 Beide Gegenspieler müssen auf jegliche Mimik oder Gestik verzichten, das Interesse für oder Enttäuschung an der vom Partner gespielten Karten zeigt.

 

Zögern ist absolut verboten, besonders in folgenden Fällen:

 

  •  Während des Lizits:

Man muss versuchen, beim Lizitieren den gleichen Rhythmus einzuhalten, hat aber das Recht nachzudenken, wenn es einen bridgetechnischen Grund dafür gibt.

Zwei Verhaltensweisen sind besonders verwerflich:

  •  Ohne Grund zu zögern (z.B. mit der Absicht, den Gegner zu täuschen)
  •  Eine Information zu berücksichtigen, die das Zögern des Partners hätte vermitteln können.
  •  Während des Spiels darf man nicht zögern:
  •  mit einem Singleton,
  •  mit einem Doubleton, wenn man annimmt, dass der Partner die Karte nicht „lesen“ kann, 
  •  beim Abwurf, um darauf hinzuweisen, dass die gewählte Karte nicht neutral ist,
  •  vor dem Dummy, wenn der Alleinspieler offensichtlich einen Impass machen möchte und man nicht die von ihm gesuchte Karte hat.

 

 b) AM ENDE DES SPIELS:

 

 Abwarten, bis der Gegner mit dem Ergebnis einverstanden ist, ehe man die Karten ins Board zurücklegt. Ist man sich uneinig, nimmt man in aller Ruhe die Karten in der Reihenfolge auf, in der sie gespielt wurden. Unter lassen Sie jegliche Bemerkung, die an den benachbarten Tischen gehört werden und so das Turnierergebnis verfälschen könnte.

Ein aggressives Benehmen dem Partner gegenüber, indem man ihm seine Spielweise vorhält, ist absolut fehl am Platz. Ebenfalls unethisch ist nach einem glücklichen Coup ein ironisches oder spöttisches Verhalten dem Gegner gegenüber (man erteilt auch keine Lektionen).

 

 c) BEIM WECHSEL:

 

 Ist das Spiel noch nicht beendet oder liegt das Scoreblatt noch offen auf dem Tisch, an den Sie sich begeben müssen, sollten Sie soviel Abstand halten, dass Sie keine unerlaubten Angaben zum Board erhalten können.

 

Sollten Sie unfreiwillig ein Ergebnis eines Boards oder die Lage einer Schlüsselkarte erfahren haben, sollten Sie diesunverzüglich dem Turnierleiter melden.

 

 d) WÄHREND DER GANZEN DAUER EINES WETTKAMPFS:

 

So wenig wie möglich herumlaufen und auf jegliche Form von Gesprächen über das Turnier mit anderen Teilnehmern oder Zuschauern verzichten. 

 


DER TURNIERLEITER UND SIE

 

SIE SIND FSB-MITGLIED GEWORDEN, UM AN WETTKÄMPFEN TEILZUNEHMEN, ODER EINFACH UM IN IHREM CLUB ZU SPIELEN. DURCH DIESE ENTSCHEIDUNG VERPFLICHTEN SIE SICH FOLGENDES ZU RESPEKTIEREN:

 

  •  Die Bräuche und Gepflogenheiten des Bridgespiels (Ethik)
  •  Die Spielregeln
  •  Die übergreifenden Gesetze (internationales Regelbuch, Reglemente, etc…)
  •  Diejenigen, die damit beauftragt sind, diese anzuwenden "DIE TURNIERLEITER“

 

 

 a) DEFINITION:

 

Der Turnierleiter ist dafür verantwortlich, den Regeln entsprechend einen reibungslosen Spielbetrieb zugewährleisten und allenfalls die Gerechtigkeit wieder herzustellen.

 

 DER TURNIERLEITER IST ALSO IHR VERBÜNDETER UND NICHT IHR FEIND.

 

 b) WANN SOLLTE MAN IHN RUFEN?

 

Bei jedem Zwischenfall, der den normalen Spielverlauf beeinträchtigt, und dies aus 

 

  •  PRAKTISCHEN GRÜNDEN

(z.B: fehlende Karte, falsche Boards, …)

 

  •  TECHNISCHEN GRÜNDEN

(z.B: Ausspiel oder Ansage ausser der Reihenfolge, …)

 

  •  SUBJEKTIVEN GRÜNDEN

(z.B: Zögern, fehlerhafte Erklärung, …)

 

Jedesmal, wenn Sie Zweifel am richtigen Vorgehen haben (z.B. Score) oder wenn Sie eine Abweichung auf einem Boardzettel feststellen (falsches Ergebnis, das Sie nie selbst abändern dürfen).

 

 c) WARUM IHN RUFEN?

 

 Weil er die Lösung Ihres Problems kennt.

 

 d) WIE IHN RUFEN?

 

Immer mit absoluter Höflichkeit. 

 

Den Turnierleiter zu rufen ist in gewissen Fällen eine Notwendigkeit, in anderen eine Pflicht, der man sich nicht entziehen darf. Und niemand kann oder sollte Sie daran hindern.

 Kein Spieler darf es als Beleidigung oder ehrverletzendes Verhalten auffassen, wenn der Gegner den Schiedsrichter ruft, es ist ganz einfach das elementare Recht eines jeden Spielers.

  

 (jede einvernehmliche Lösung kann für nichtig erklärt werden)

 

 e) EIN PAAR PRAKTISCHE IDEEN:

 

 Da niemand vor Fehlern gefeit ist (Ausspiel von der falschen Seite, ungenügende Ansage…), kann der Schuldige anstandshalber selbst den Turnierleiter rufen.

 

  •  Der Spieler, der den Turnierleiter ruft, erklärt ihm seine Beweggründe 
  •  Es sollten nicht alle gleichzeitig sprechen 
  •  Warten Sie, bis Sie Ihre Darstellung geben können, seien Sie deutlich und präzise, bleiben Sie höflich, selbst wenn die Aussagen des Gegners nicht den Tatsachen zu entsprechen scheinen. Ein aufgeregtes Verhalten bringt nichts. 
  •  Formulieren Sie ganz klar Ihre Ansprüche  
  •  Reden Sie leise, es ist unnötig, dass der ganze  Saal das Board kennt.

 

 f) WAS WIRD DER TURNIERLEITER TUN?

 

Er wird Ihnen seine Entscheidung mitteilen, die es Ihnen erlaubt weiterzuspielen. Es kann eine vorüber gehende oder eine endgültige Lösung sein, aber immer eine, die den Gesetzen des Internationalen Regel buchs entsprechen.

 

 g) IHRE RECHTE DEM TURNIERLEITER GEGENÜBER:

 

 Sie können ihn nach dem Gesetz, das er anwendet, fragen oder ihn bitten, es ihnen vorzulesen. Sie dürfen auch die Begründung seiner Entscheidung erfahren.

 

Das Recht auf Berufung:

 Sind Sie trotz der Erklärungen überzeugt, dass Sie im Recht sind, haben Sie in Turnieren mit Roten Punkten das RECHT, GEGEN die Entscheidung Berufung einzulegen. Dazu gibt es ein Verfahren, dass Sie mit aller Höflichkeit einhalten sollten, ehe Sie zum Vorfall von einer kompetenten Jury angehört werden. Sie wird Ihren Protest und Ihre Argumente untersuchen.

 

Sie können zwar gegen Entscheide Berufung einlegen, aber nicht gegen ein Gesetz, unter dem Vorwand, dass Sie es zu streng finden (zum Beispiel ein hart sanktioniertes Revoke, das „überhaupt nichts geändert hätte“).

 

Indem Sie teilnehmen, haben sie die Spielregeln akzeptiert. Seien Sie FAIR und vergessen Sie nicht, dass Sie die Entscheidung des Turnierleiters respektieren sollten.

  

 

DIE VERBOTE

 

BEI DEN FSB-WETTKÄMPFEN

 

 a) DAS RAUCHEN

 

 Während des ganzen Wettkampfs herrscht in den Turnierräumlichkeiten striktes Rauchverbot.

 

 b) MOBILTELEFONE:

 

 Sie müssen vor Turnierbeginn abgeschaltet werden und es während des ganzen Turniers bleiben.

 

 c) ALKOHOLISCHE GETRÄNKE:

 

 Diese sind zu vermeiden und die Organisatoren können sie sogar während des ganzen Turniers verbieten.

  


FAZIT


DIE ETHIK ODER TUGEND IST, FÜR ARISTOTELES, DER WEG ZUR GLÜCKSELIGKEIT.

  

Die Bridge-Ethik verlangt die Beachtung gewisser Regeln, um allen Bridgefreunden ein Spiel unter optimalen Bedingungen zu gewährleisten. Daher sind Verbote unvermeidbar. Einige sind nur eine Erinnerung an die Regeln der Umgangsformen oder des Anstands. Da sie allen bekannt sind, werden sie nur in Erinnerung gerufen. Andere sind bridgespezifisch und man sollte die Anfänger darüber unbedingt informieren (dies nimmt bei der Lehrerausbildung in Frankreich einen wichtigen Platz ein). Eine weitere Besonderheit ist, dass sie nicht gleich streng in einem Clubturnier wie an einem Meisterschaftsfinal durchgesetzt werden. Erfahrene Spieler wie auch Anfänger benötigen oft einige Jahre, bis sie sich einen gewissen Stoizismus angeeignet haben (regungslos bleiben, wenn der Dummy ein unerwartetes Blatt aufdeckt...).

 

  •  ES VERGESSEN, die künftigen Gegner zu begrüssen, um ein Gespräch mit dem Partner oder dem unzertrennlichen Mobiltelefon zu beenden,

 

  •  AM TISCH «DRUCK AUSÜBEN», sei es durch seltsames Verhalten gegenüber ungewöhnlichen Ansagen des Gegners, oder offensichtlichem Missfallen für den gespielten Kontrakt oder dem Verlauf des Gegenspiels,

 

  •  ZU VIEL Befriedigung beim Erhalt eines guten Ergebnisses zeigen oder mit übertriebener Enttäuschung ein schlechtes Resultat quittieren, 

 

  •  DEN TISCH sehr schnell verlassen, um eine Fernsehübertragung im Nebenraum zu verfolgen, ein Dutzend Anrufe zu tätigen oder sich einen Drink zu genehmigen.

  Der DUMMY darf weder die Blätter der Gegner noch das des Partners anschauen. Wie stark dieser Partner auch sein mag, man darf nicht aufstehen, um dessen Spieldurchführung in „Echtzeit“ zu verfolgen. 

 

  • EIN SPIELER darf nicht schauen, an welcher Stelle ein anderer Spieler seine Karte aus dem Fecher zieht.

 

  • IN EINEM TEAM-MATCH sollte man beim Match der Teamkollegen nicht zusehen - selbst bei Einwilligung der Gegner.

 

  • VERMEIDEN Sie am Tisch jegliche Mimik/Gestik, selbst wenn der Partner es versäumt, die prächtige und während des ganzen Wochenendes ausführlich besprochene Konvention zu alertieren, oder beim Anblick des Dummys, der Sie mit sechs lausigen Punkten gegenüber einer minimalen Eröffnung in die Manche katapultiert hat,

 

  • IHRE KONVENTIONSKARTE ist kein «Spickzettel». Sie steht ausschliesslich den Gegnern zur Verfügung und Sie dürfen sie nicht zu Hilfe nehmen, wenn Sie die Bedeutung einer Ansage vergessen haben,

 

  • VERZICHTEN SIE auf jegliche überflüssige Bemerkung und auf jede unbegründete Spielverzögerung.
  • Selber Schiedsrichten, trotz Ihrer perfekten Kenntnisse des Sachverhaltes, aber auch eine Selbstkasteiung, keine Regel zwingt Sie dazu, das Revoke des Partners aufzudecken, wenn der Verstoss vom Gegner nicht bemerkt wurde.

 

  • Das Berühren der Karten eines anderen Spielers,

 

  • Während des Spielverlaufs die vor Ihnen liegenden Karten durcheinander zu bringen, obwohl das Resultat von den beiden Lagern noch nicht bestätigt wurde.

 

(Quelle: Schweizer Bridgeverband)

 

Was zeichnet einen guten Bridgepartner aus?


Halte keine Unterrichtsstunde (außer du wirst dafür bezahlt).

 

 Sag' nichts zu deinem Partner, das du nicht auch von ihm hören willst.

 

Kritisiere deinen Partner nicht für eine normale Aktion, nur weil sie nicht funktioniert hat.

 

Diskutiere nie eine gerade gespielte Hand mit deinem Partner, außer du willst ein Missverständnis beim Bieten oder beim Gegenspiel aufklären. Der einzige Grund über das Alleinspiel des Partners zu reden ist es zu loben.

 

Wenn du das Gefühl hast gehässig, sarkastisch oder kritisch zu sein, entschuldige dich und mache einen kurzen Spaziergang.

 

Vergiss nicht, dass dein Partner genauso gewinnen will du.

 

Kritisiere oder bringe deinen Partner vor anderen nie in Verlegenheit.

 

Wenn du zwischen den Tischen Zeit hast, versuch über andere Themen als Bridge zu diskutieren. (Du sollst nie zwischen zwei Boards Zeit zu diskutieren haben.)

 

Wenn du einen anderen Spieler über ein Disaster befragen willst, frage über dein Blatt und nicht über das Blatt des Partners.

 

Erinnere dich daran, dass du und dein Partner auf der selben Seite steht.

 

Sei nett zu deinem Partner und unterstütze ihn zu 100%. Du sollst dich bei einem seiner Fehler genauso schlecht fühlen wie bei einem deiner Fehler.

 

Wenn du unsicher bist ob dein Partner möchte, dass du etwas sagst, sag es nicht.

 

Erinnere dich daran, es ist nur ein Kartenspiel.

 

Hab Spaß und sorge dafür, dass dein Partner auch Spaß hat.

 

Nimm niemals an, dass dein Partner einen Fehler gemacht hat, bis die Hand zu Ende gespielt ist und du Zeit gehabt hast, die ganze Sache durchzudenken.

 

Obwohl es nicht in ist, ist es OK, nett zu einem Partner zu sein, mit dem du zusammen wohnst.

 

Denk zweimal nach bevor du eine Hand verbal analysierst. Bringe dich nicht selbst wegen eines überflüssigen Kommentars in Verlegenheit.

 

Wenn du freiwillig einen Partner wählst, ist es unfair darüber bestürzt zu sein, wenn er nicht besser spielt als sonst.

 

Verbünde dich niemals mit einem Gegner gegen deinen Partner. Wenn du deinen Partner nicht unterstützen kannst, halte den Mund.

 

Wenn du zu gut für deinen Partner bist, oder du das Spielen mit ihm nicht magst, tu allen eine Gefallen und suche dir einen anderen Partner. Das ist besser als ein Märtyrer zu sein. Auf der anderen Seite, lasse keinen Partner fallen, solange du nicht ganz sicher bist.

 

Quelle: www.northshorebridge.com/partner.htm

 

 

Weinviertler Bridgeklub Bisamberg
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